Einfluss rekurrierender Exposition gegenüber TLR3-Liganden auf Lungenfunktionstrajektorien
Asthma bronchiale als häufigste chronische Lungenkrankheit im Kindesalter, stellt weltweit eine führende Ursache für Morbidität und Mortalität dar. Epidemiologische Studien assoziieren wiederholte frühe respiratorische Virusinfektionen mit erhöhtem Asthmarisiko und veränderten Lungenfunktionstrajektorien. Diese Arbeit untersucht, inwiefern rekurrierende virale Exposition in der frühen Lebensphase durch epigenetische Umprogrammierung bronchialer Epithelzellen die Prädisposition für allergisches Asthma modulieren. In einem murinen Zweiphasenmodell wurden juvenile Mäuse rekurrierend mit poly(I:C) behandelt. Phase 1 umfasste Lungenfunktionsmessungen, Immunzell-Analysen und histologische Untersuchungen. In der zweiten Phase wurde die Pathogenese von Asthma mit dem HDM-Modell untersucht und dabei die Asthma-Parameter untersucht. Phase 1 zeigte eine transiente Entzündungsreaktion ohne signifikante Lungenfunktionsunterschiede. Entgegen der ursprünglichen Annahme demonstrierte Phase 2 einen robusten protektiven Effekt gegenüber der Ausprägung von Asthma durch poly(I:C)-Vorbehandlung. Die Ergebnisse stellen das Paradigma infrage, dass frühe virale Infektionen das Asthmarisiko grundsätzlich erhöhen, und eröffnen neue Perspektiven für präventive Immunstrategien. Die identifizierten protektiven Gene könnten daher Ziele für pharmakologische oder epigenetische Interventionen darstellen.
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