Chemoresistenz-Übertragung durch extrazelluläre Vesikel im Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom hat eine ungünstige Prognose und ist das gynäkologische Karzinom mit der höchsten Sterberate. Dies ist auch durch Resistenzen gegen die verwendeten Chemotherapeutika begründet. Sowohl für extrazelluläre Vesikel, als auch für die Protease ADAM17 gibt es deutliche Hinweise für eine Beteiligung an der Entstehung und Vermittlung von Therapie-Resistenzen.

Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung einer Resistenzentstehung und -vermittlung durch ADAM17-haltige EV aus Ovarialkarzinomzellen. Dafür war von Interesse, wie sich die EV-Freisetzung unter Cisplatin-Behandlung verhält und ob ADAM17 exprimiert und mittels EV sezerniert wird. Außerdem wurde in einem translationalen Ansatz auch Aszites einer Patientin untersucht.

Insgesamt wurden fünf Zelllinien vor diesem Hintergrund untersucht. Dabei diente jeweils eine erforschte sensitive und eine resistente Zelllinie als Referenz für die drei primär etablierten Zelllinien.

Nachdem das Resistenzpotenzial aller Zelllinien evaluiert war, wurde die EV-Freisetzung in Abhängigkeit der Cisplatin-Konzentration bestimmt. Zudem wurden die Zelllinien und die sezernierten EV auf das Vorhandensein von ADAM17 untersucht. Zudem wurde getestet, ob die Protease in aktiver Form mit katalytischer Domäne nach interzellulär vorliegt.

Zusätzlich wurde in einem translationalen Ansatz EV aus Patientinnen-Aszites direkt und nach Kultur der Zellen im Sinne eines ex vivo Experiments untersucht.

Zunächst wurde eine Induktion der EV-Freisetzung durch Cisplatin bei sensitiven Zelllinien festgestellt. Zudem konnte für alle Zelllinien und den EV aus sensitiven Zelllinien ein Nachweis von ADAM17 erbracht werden. Zudem wurde gezeigt, dass die Protease nach Behandlung vermehrt in der aktiven Form vorliegt und auf den EV mit der aktiven Domäne in Richtung Extrazellularraum zeigt.

Es gelang die Isolierung von ADAM17-haltigen EV aus Aszites, wobei die parallel kultivierten sensitiv auf Cisplatin reagierten und eine gesteigerte Freisetzung von ADAM17-haltigen EV nach Cisplatin-Behandlung zeigten.

Insgesamt unterstreichen die Befunde der vorliegenden Arbeit eine mögliche Beteiligung von ADAM17-haltigen EV an einer Entstehung von Therapieresistenzen. Jedoch sind weitere Studien nötig, um diese komplexen Mechanismen endgültig zu entschlüsseln.

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