Fälschliche Todesfeststellung durch Fehler bei der ärztlichen Leichenschau
Das erste Ziel einer ärztlichen Leichenschau ist die sichere Feststellung des Todes. Dies setzt wiederum die Kenntnis über die Entstehung und das zeitliche Auftreten sicherer Todeszeichen voraus. Einflussfaktoren wie beispielsweise Vorerkrankungen, Todesursache oder die Auffindesituation können sich auf den Ausprägungsgrad sicherer Todeszeichen auswirken und eine Überprüfung sicherer Todeszeichen erschweren. Grundvoraussetzung für das Feststellen sicherer Todeszeichen ist dabei eine sorgfältige und ordnungsgemäße Durchführung der Leichenschau. Insbesondere in Fällen, in denen eine Unterkühlung vorliegt, kann das Resultat einer nicht ordnungsgemäß durchgeführten Leichenschau die falsch-positive Bescheinigung eines sicher eingetretenen Todes sein. Es werden im Folgenden zwei Fälle von Scheintod mit fälschlicher Todesfeststellung vorgestellt und ihre Ursachen im Kontext einer nicht ordnungsgemäß durchgeführten Leichenschau diskutiert.
The first aim of a medical postmortem examination is to determine death with certainty. This in turn requires knowledge of the development and timing of certain
signs of death. Influencing factors such as previous illnesses, cause of death or the situation at the place of discovery can affect the degree of certain signs of death
and make it more difficult to verify certain signs of death. The basic prerequisite for determining certain signs of death is careful and correct performance of the
postmortem examination. Particularly in cases where hypothermia is present, the result of an incorrectly performed postmortem examination can result in a false positive certification of certain death. Two cases of apparent death with incorrect determination
of death are presented and the causes are discussed in the context of an incorrectly performed postmortem examination.
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