Ökologische Raumanalyse der unter Naturschutz stehenden Wälder in der Großlandschaft Niederrheinisches Tiefland
Die Ergebnisse der ökologischen Raumanalyse der unter Naturschutz stehenden Wälder im Niederrheinischen Tiefland zeigen ein heterogenes Bild. Das ursprünglich nahezu vollständig bewaldete Gebiet entwickelte sich seit etwa 7.300 Jahren infolge menschlicher Nutzung schrittweise zu einer waldarmen Landschaft. Besonders Landwirtschaft, Siedlungsbau und industrielle Entwicklungen führten über lange Zeiträume zu erheblichen Veränderungen der natürlichen Landschaftsstrukturen. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts gewann der Naturschutzgedanke zunehmend an Bedeutung. Er entstand als Reaktion auf die wachsende Inanspruchnahme der Naturräume durch Landwirtschaft, Industrie und Siedlungsentwicklung. Während erste kleinere Schutzgebiete bereits Anfang der 1930er Jahre ausgewiesen wurden, erfolgten umfassendere Unterschutzstellungen erst ab den 1980er Jahren. In dieser Zeit rückte auch der Wald stärker als schützenswertes Ökosystem in den Fokus des Naturschutzes. Im Jahr 2020 standen rund zehn Prozent der Gesamtfläche des Niederrheinischen Tieflandes unter Naturschutz. Der Waldanteil betrug jedoch lediglich vier Prozent. Etwa ein Viertel der vorhandenen Wälder befindet sich innerhalb von Naturschutzgebieten. Die geschützten Waldflächen konzentrieren sich vor allem auf die Schwalm-Nette-Platte (571) und die Niederrheinischen Sandplatten (578). Die Untere Rheinniederung (577) weist dagegen nur geringe Waldanteile und noch weniger geschützte Wälder auf. Die Wälder sind erheblichen Belastungen ausgesetzt. Besonders Grundwasserabsenkungen, Flussbegradigungen und landwirtschaftliche Meliorationsmaßnahmen haben die natürliche Hydrologie nachhaltig verändert. Zusätzlich belasten Luftschadstoffe aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft die Waldökosysteme. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklungen durch steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und längere Vegetationsperioden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Nutzungsintensität in Naturschutzgebieten zu reduzieren und Schutzmaßnahmen stärker zu differenzieren.
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