Die Kleinsäuger großer Querungshilfen in Schleswig-Holstein : Ergebnisse des Monitorings von 2019–2024

Die vorliegende Arbeit untersucht die Nutzung von Querungshilfen durch bodengebundene Kleinsäuger in Schleswig-Holstein. Ziel war es, die funktionale Durchlässigkeit von fünf Grünbrücken und einer Faunaunterführung für bodenlebende Kleinsäugerarten zu erfassen und zu bewerten. Hierzu wurden Fotofallen und ergänzend Eimerfallen eingesetzt. Die Fotofallen wurden gezielt auf strukturreiche Mikrohabitate ausgerichtet und mit Erdnussbutter geködert, um die Detektionswahrscheinlichkeit zu erhöhen. In der Faunaunterführung Stolpe kamen zusätzlich Eimerfallen zum Einsatz, um Hinweise auf tatsächliche Querungen und Individuenzahlen zu erfassen. Als Bewertungsmaß wurde die ‚relative Aktivitätsdichte‘ verwendet, die das Verhältnis der Aktivität auf dem Bauwerk im Vergleich zur Aktivität im angrenzenden Umfeld beschreibt. Insgesamt wurden 11 bis 13 von 14 bzw. 15 erwartbaren bodenlebenden Kleinsäugerarten nachgewiesen, darunter die anhand von Fotofallenbildern
schwer differenzierbaren Arten der Gattung Apodemus und Microtus. Die relative Aktivitätsdichte variierte zwischen 0,09 und 1,76 und lag damit bei allen Bauwerken im Bereich ‚ausreichend‘ bis ‚sehr gut‘. Besonders deutlich zeigte sich eine Steigerung der Aktivität und Artenzahl in der Bauwerksmitte in Stolpe zwischen 2021 und 2022, die auf Ende 2021 durchgeführte Aufwertungsmaßnahmen wie das Einbringen von Versteckstrukturen zurückgeführt werden kann. Die Fotofallen erwiesen sich als geeignete Methode zur Aktivitätserfassung, wobei die Köderung das kleinräumige und zeitliche Verhalten der Tiere möglicherweise beeinflusst hat. Die ergänzende Verwendung von Eimerfallen lieferte Hinweise zu tatsächlichen Querungen und Individuenzahlen. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass Querungshilfen in Schleswig-Holstein auch von Kleinsäugern genutzt werden. Trotz kurzer Erfassungsperioden konnte jeweils ein großer Teil der erwartbaren Arten nachgewiesen werden. Die Aufwertungsmaßnahmen in Stolpe verdeutlichen, dass die Anzahl der das Bauwerk nutzenden Kleinsäugerarten durch gezielte Strukturmaßnahmen weiter erhöht werden kann. Diese Erkenntnis kann zur zukünftigen Gestaltung beitragen und die Funktionsfähigkeit von Querungshilfen nachhaltig verbessern.

This thesis investigates the use of wildlife crossing structures by ground-dwelling small mammals in Schleswig-Holstein. The aim was to assess the functional permeability of five green bridges and one fauna underpass for ground-dwelling small mammal species. For this purpose, camera traps and supplementary pitfall traps were used. The camera traps were specifically positioned near structurally rich microhabitats and baited with peanut butter to increase detection probability. At the fauna underpass in Stolpe, pitfall traps were additionally used to gather evidence of actual crossings and individual numbers. The metric of ‘relative activity density’ was applied, describing the activity on the structure compared to the activity in the surroundings. Across all crossing structures, a total of 13 (if all of the Microtus and Apodemus species were captured, which are difficult to distinguish based on camera trap images) out of 14 to 15 expected ground-dwelling small mammal species were recorded. Relative activity density ranged from 0.09 to 1.76, placing all structures within the categories of ‘adequate’ to ‘very good’. An increase in activity and species richness was observed in the central section of the fauna underpass in Stolpe between 2021 and 2022, which can be attributed to enhancement measures implemented at the end of 2021, such as the addition of hiding structures. Camera traps proved to be a practical tool for recording activity, although baiting may have influenced the fine-scale spatial and temporal behaviour of the animals. The supplementary use of pitfall traps provided insights into actual crossing events and individual numbers. Overall, the study demonstrates that wildlife crossings in Schleswig-Holstein are well used by small mammals. Despite short
monitoring periods, a large proportion of the expected species was detected at each site. The enhancement measures at Stolpe illustrate that the number of small mammal species utilizing the structure can be further increased through targeted structural improvements. These findings may inform future habitat design and
contribute to the long-term functionality of wildlife crossing structures.

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