James Byrne/Gary Somerville/Joseph Byrne/Jack Watling/Nick Reynolds/Jane Baker: Silicon Lifeline: Western Electronics at the Heart of Russia’s War Machine. London: Royal United Services Institute (RUSI), August 2022

Die russische Invasion vom Februar 2022, so das Autorenteam der Studie des Royal United Services Institute, ist nicht nach Plan verlaufen. Anstelle einer chirurgischen Operation sei Russland in einen Abnutzungskrieg mit der Ukraine verwickelt, der die Kampffähigkeit der russischen Streitkräfte bereits rapide degradiert hat. Die Studie untersucht 27 Hauptwaffensysteme der russischen Streitkräfte, die in der Ukraine eingesetzt oder von ukrainischen Streitkräften erobert wurden, auf ihre zentralen technologischen Komponenten. Die Verfasser fanden 450 militärische oder dual-use Komponenten, die aus den USA, Japan, Taiwan, Südkorea, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland stammten und ohne die die militärische Modernisierung der russischen Streitkräfte nicht hätte erfolgreich vonstattengehen können. Die meisten technologischen Komponenten kämen aus den USA. Von diesen hätten 80 Technologien amerikanischen Exportkontrollregelungen unterlegen, was bedeutet, dass Russlands Militärisch-Industrieller Komplex in der Lage gewesen wäre, diese Kontrollen zu umgehen. Russland hätte große Mengen an Waffensystemen durch Feindeinwirkung oder technische Abnützung verloren und insbesondere bei Präzisionswaffen (Marschflugkörper, ballistische Raketen) Schwierigkeiten, diese durch Eigenproduktion zu ersetzen. Infolge der verschärften Sanktionen hätten sich die Probleme Russlands bei der Herstellung moderner Waffensysteme massiv verschlechtert.

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