Fahrfähigkeit bei Menschen mit Multipler Sklerose : Eine vertiefende Untersuchung der Fahrfähigkeit von Menschen mit Multipler Sklerose in einem Fahrsimulator
Vorangegangene Forschung legt nahe, dass Menschen mit Multipler Sklerose (MmMS), eine chronisch-neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, aufgrund von MS-bedingten Beeinträchtigungen ein erhöhtes Risiko für eine eingeschränkte Fahrfähigkeit haben könnten. Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob die Fahrfähigkeit bei MmMS eingeschränkt ist und welche Faktoren die Fahrfähigkeit dieser Patientengruppe beeinflussen. Kern der kumulativen Dissertation stellen dabei zwei Studien dar. In der ersten Studie wurde ein systematisches Review erstellt, das einen Überblick über die empirische Datenlage zur Fahrfähigkeit von MmMS geben soll. Bei der Bewertung der Fahrfähigkeit zeigte sich, dass MmMS in verschiedenen Bereichen des Fahrens Probleme und Einschränkungen entwickeln können. Dabei konnten am ehesten kognitive und visuelle Beeinträchtigungen als Faktoren identifiziert werden, die einen negativen Einfluss auf die Fahrfähigkeit haben können. Allerdings präsentierte sich die Evidenz insgesamt als unzureichend und inkonsistent. In der zweiten Studie wurden 97 MmMS und 93 Menschen ohne neurologische oder psychiatrische Erkrankungen (Kontrollgruppe) in einem Fahrsimulator untersucht. Ziel war es, die Fahrfähigkeit von MmMS mit der der Kontrollgruppe zu vergleichen. Zudem sollte der Einfluss von Beeinträchtigungen in Mobilität, Sehkraft, Kognition sowie von Fatigue und psychologischer Faktoren, wie Angst und depressives Erleben, auf die Fahrfähigkeit von MmMS untersucht werden. Dabei zeigte sich, dass MmMS im Fahrsimulator schlechter abschnitten als die Kontrollgruppe: Sie verursachten mehr Unfälle, reagierten langsamer auf gefährliche Ereignisse und machten mehr sowie schwerwiegendere Fahrfehler. MS-bedingte Einschränkungen in Mobilität, visuellen Funktionen, Kognition sowie psychologische und demografische Aspekte zeigten keine oder nur minimale Assoziationen mit der Fahrfähigkeit.
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