Validierung eines Prototyps für die minimalinvasive Fetalchirurgie der Gastroschisis in einem avitalen Modell

Hintergrund
Die Gastroschisis ist eine kongenitale Bauchwandfehlbildung mit extraabdomineller Verlagerung von Darmschlingen. Insbesondere die komplexe Verlaufsform ist mit einer erhöhten neonatalen Morbidität und Mortalität assoziiert. Tierexperimentelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine pränatale fetoskopische Abdeckung des exponierten Darms dessen Schädigung reduzieren könnte. Die sichere Fixierung des Abdeckungsbeutels stellt jedoch weiterhin eine wesentliche technische Herausforderung dar. Ziel dieser Dissertation war die Entwicklung und experimentelle Validierung eines hierfür konzipierten Instrumentenprototyps.

Methoden
Zunächst erfolgte eine systematische Literaturrecherche zu fetalchirurgischen Therapieansätzen der Gastroschisis. Anschließend wurde der Prototyp in einem eigens entwickelten avitalen Uterusmodell untersucht. Als Fetusmodell diente ein Frühgeborenen-Simulator der 25. Schwangerschaftswoche mit simulierter Gastroschisis. Elf Teilnehmende führten jeweils zwei Knotenreihen mit und ohne Prototyp durch. Erfasst und statistisch analysiert wurden die Knotenzeiten sowie potenzielle Einflussfaktoren. Zusätzlich wurden die subjektiv empfundene Leichtigkeit, die Zufriedenheit, die Gebrauchstauglichkeit mittels System Usability Scale erhoben.

Ergebnisse
In die Analyse gingen 132 gepaarte Knotenzeiten ein. Die mediane Knotenzeit betrug 118,5 Sekunden ohne und 120,5 Sekunden mit Prototyp ohne statistisch signifikanten Unterschied. Bei wiederholter Anwendung des Prototyps reduzierte sich die mediane Knotenzeit jedoch signifikant von 132 auf 113 Sekunden. Der mittlere SUS-Gesamtscore lag bei 67,95 und stieg von 66,14 bei der ersten auf 69,77 bei der zweiten Anwendung. Als Vorteile wurden insbesondere die stabilere Beutelfixierung und die verbesserte räumliche Orientierung bewertet.

Schlussfolgerung
Der Prototyp führte im untersuchten Modell zu keiner signifikanten Verkürzung der Knotenzeit. Die Ergebnisse weisen jedoch auf Vorteile hinsichtlich Fixationsstabilität, Orientierung und Erlernbarkeit hin. Damit bildet die Arbeit eine Grundlage für die technische Weiterentwicklung des Instruments und dessen weiterführende Evaluation in optimierten avitalen Modellen sowie in Tiermodellen

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