Evaluation eines Pfadintegrationsparadigmas in immersiver virtueller Realität (VR) zur Testung des räumlichen Gedächtnisses – eine klinische Kohorten-Studie
In der vorliegenden Arbeit wurden räumliche Pfadintegrationsleistungen an einer jung-gesunden (n = 39), einer alt-gesunden (n = 36) Kohorte und an Patienten mit einem milden kognitiven Defizit (MCI, n = 15) – einer Prodromalstufe der Alzheimer Krankheit – experimentell mittels eines neuen Paradigmas in immersiver virtueller Realität (VR) untersucht. Das Paradigma untersucht in seinem Aufbau speziell die entorhinale Funktionsleistung, welche bereits in der Frühphase der Alzheimer Krankheit betroffen ist. Für die Beurteilung der Pfadintegrationsleistung wurde der absolute Distanzfehler, der relative Distanzfehler sowie der Rotationsfehler als Fehlermaße auf zwei unterschiedlichen Versuchsfeldern (8x4 Meter und 16x8 Meter) verglichen. Weiterhin wurde eine neuropsychologische Testung, in Anlehnung an die CERAD-Batterie, sowie ein ebenfalls in der Exploration befindlicher Navigationsfragebogen explorativ erhoben und für die kognitive Beurteilung der Kohorten genutzt. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede im Gruppenvergleich für alle erhobenen Fehlermaße des Pfadintegrations-Paradigmas und demonstrieren die ökologisch valide Abbildung der Pfadintegrationsleistung als auch signifikante Alterseffekte. Die Ergebnisse der MCI-Kohorte zeigten im Vergleich mit der alt-gesunden Kohorte vor allem auf dem kleineren Versuchsfeld signifikante Gruppenunterschiede, die mit den krankheitsbedingten Beeinträchtigungen entorhinaler Neurone vereinbar sind. Korrelationen mit den Untertests der neuropsychologischen Testung zeigen, dass die Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses sowie der visuokonstruktiven Verarbeitung mit einer schlechteren Pfadintegrationsleistung einhergehen. Mit den Ergebnissen des Navigationsfragebogens konnten eine Diskrepanz in der Eigen- und Fremdwahrnehmung der alltäglichen Navigationsleistung der alt-gesunden und MCI-Probanden gezeigt werden. Insgesamt konnte ein altersbedingter Abbau der Pfadintegrationsleistung in der alt-gesunden Kohorte, sowie eine krankheitsbedingte Beeinträchtigung in der MCI-Kohorte demonstriert werden. Die Ergebnisse unterstreichen den Zugewinn der Umsetzung eines immersiven VR-Pfadintegrationsparadigmas für die Frühdiagnostik der Alzheimer Krankheit.
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