Vergleich einer Parkinson-Kohorte mit einer Nicht-Parkinson-Kohorte hinsichtlich psychosozialer und körperlicher Auswirkungen der COVID-19-Pandemie
Morbus Parkinson (Parkinson’s disease, PD) ist eine neurodegenerative Erkrankung mit motorischen und nicht-motorischen Symptomen, die die Lebensqualität erheblich beeinflussen können. Menschen mit PD könnten aufgrund ihrer Grunderkrankung besonders vulnerabel gegenüber psychosozialen und körperlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gewesen sein. Ziel war der Vergleich dieser Auswirkungen bei Menschen mit und ohne PD. Hierzu wurden COVID-19-Fragebogendaten von 179 PD-Probanden, überwiegend aus der Mobilise-D-Studie, und 774 Nicht-PD-Probanden der TREND-Studie ausgewertet. Die Datenerhebung erfolgte von April bis September 2021 mit einem retrospektiven Beobachtungszeitraum von drei bzw. sechs Monaten. Untersucht wurden Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion und einer COVID-19-Erkrankung, Belastung durch pandemiebedingte Einschränkungen, Einsamkeit, soziale Teilhabe, gesundheitsbezogene Lebensqualität und körperliche Aktivität. Zwischen den Kohorten zeigten sich nur wenige signifikante Unterschiede hinsichtlich der psychosozialen Auswirkungen. Die PD-Symptomschwere war innerhalb der PD-Kohorte nur leicht mit diesen assoziiert. Die Veränderung der körperlichen Aktivität unterschied sich ebenfalls nicht zwischen den Kohorten. In beiden Kohorten berichtete fast die Hälfte über eine geringere Aktivität als vor der Pandemie. Insgesamt waren Menschen mit PD nicht erheblich stärker von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen als Menschen ohne PD. Longitudinale Untersuchungen könnten zur weiteren Einordnung der Ergebnisse und zur Entwicklung von Unterstützungs-, Präventions- und Therapiekonzepten beitragen.
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