Das Existentielle als Dimension der beruflichen Pflege : Pflegedidaktische Überlegungen zur Bedeutung, Verwendung und Potentialen einer komplexen Begrifflichkeit

Die berufliche Pflege ist in besonderer Weise mit existentiellen Erfahrungen und Fragen verbunden. Dennoch wird das Existentielle im gegenwärtigen pflegedidaktischen Diskurs nur begrenzt und wenig systematisch berücksichtigt. Die Arbeit untersucht daher, inwiefern das Existentielle als Dimension der beruflichen Pflege für die Pflegedidaktik erschlossen und produktiv gemacht werden kann.

Ausgehend von einem hermeneutischen Erkenntniszugang werden zunächst unterschiedliche Auffassungen des Existentiellen in ausgewählten Traditionslinien der Existenzphilosophie, der existentiell orientierten Psychotherapie und der Pflege untersucht und vergleichend systematisiert. Daraus werden Bezugskategorien entwickelt, mit deren Hilfe anschließend zwei exemplarische Fundstücke aus der gegenwärtigen Pflegebildung analysiert werden. Abschließend werden mögliche Konsequenzen für pflegedidaktisches Denken und Handeln diskutiert.

Die Untersuchung zeigt trotz divergierender Begriffsverständnisse disziplinübergreifende Gemeinsamkeiten. Das Existentielle erweist sich als eng mit der Bewusstheit von Endlichkeit, mit inneren Spannungen, Transzendenz und der besonderen Stellung des Subjekts verbunden. Zugleich zeigt sich, dass existentielle Dimensionen in der Pflege bislang vergleichsweise wenig systematisch erschlossen sind. Die Arbeit plädiert daher für eine erneute pflegedidaktische Auseinandersetzung mit existentiellem Denken und verweist insbesondere auf dessen mögliche Bildungsgehalte sowie auf Potentiale subjektorientierter, reflexiver und künstlerischer Zugänge. Zugleich werden theoretische und empirische Forschungsdesiderata herausgearbeitet.

Professional nursing is particularly closely associated with existential experiences and questions. Nevertheless, the existential dimension has so far received only limited and insufficiently systematic attention in contemporary nursing didactics. This thesis therefore explores the extent to which the existential can be conceptualized as a dimension of professional nursing and made productive for nursing didactics.

Using a hermeneutic approach, the study first examines and comparatively systematizes different conceptions of the existential in selected traditions of existential philosophy, existentially oriented psychotherapy, and nursing. On this basis, a set of reference categories is developed and subsequently applied to the analysis of two exemplary texts from contemporary nursing education. Finally, possible implications for nursing-didactic thought and practice are discussed.

Despite divergent understandings of the concept, the analysis identifies cross-disciplinary commonalities. The existential emerges as closely connected to the awareness of finitude, inner tensions, transcendence, and the central role of the subject. At the same time, existential dimensions in nursing appear to have been explored only to a limited and comparatively unsystematic extent. The thesis therefore argues for renewed engagement with existential thought in nursing didactics and highlights, in particular, its potential educational significance as well as the possibilities offered by subject-oriented, reflective, and artistic approaches. It also identifies a range of theoretical and empirical research desiderata.

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